Zwingli wollte die Kirche nicht reformieren

Zwingli wollte die Kirche nicht reformieren, sondern vom Diktat befreien.

Noch 1514 sicherte der in der Stadt lebende päpstliche Gesandte denjenigen, die alle sieben Kirchen Zürichs besuchten, den gleichen Ablass zu wie den Besuchern der sieben Hauptkirchen Roms.

Das enge Verhältnis Zürichs zu Rom begründete sich vor allem durch das Bedürfnis der Päpste nach eidgenössischen Söldnern.

Zwingli unterstützte weiterhin den Papst. In Glarus wie auch in der Eidgenossenschaft schlug die Stimmung aber zugunsten der Franzosenpartei um. Zwingli wurde deshalb 1516 für drei Jahre beurlaubt.

In enger Zusammenarbeit mit Leo Jud übersetzte Zwingli zwischen 1524 und 1529 die Bibel in die eidgenössische Kanzleisprache. Diese Übersetzung ist heute als die «Zürcher Bibel» bekannt. Sie schlossen die komplette Neuübersetzung aus dem Griechischen und Hebräischen fünf Jahre vor Luthers Bibelübersetzung ab. Die Zürcher Bibel ist somit die älteste protestantische Übersetzung der gesamten Bibel.

Während Luther den Ablasshandel und andere Missstände in der Kirche, die seinem Verständnis der Bibel widersprachen, entfernen wollte, akzeptierte Zwingli in seiner neuen Kirche nur das, was ausdrücklich in der Bibel stand.

https://www.obrist-impulse.net/die-etwas-andere-reformation-in-der-schweiz/

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