Der Arabische Frühling unter der Lupe

Der so genannte Arabische Frühling ist in Wirklichkeit ein gesellschaftspolitischer Ausbruch. Seine Ursache ist das Versagen der arabischen Staaten, ihre Ressourcen zu nutzen, zu modernisieren und die Wirtschaftskraft zu verbessern. Stattdessen versuchte man eine Einigkeit zu verordnen, die Teile der Bevölkerung immer aussen vor gelassen hat, anstatt gleiche Rechte und Pflichten für alle einzuführen. Die Folge sind Konflikte zwischen der Mehrheit und den Minderheiten, ob aus nationalen, ethnischen oder religiösen Gründen.

Mit der Auflösung des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg und der Schaffung neuer arabischer Nationalstaaten gab es für die Staatenbildung und die Identität der Staatsbürger zwei Visionen, die miteinander konkurrierten: die islamische und die säkular-nationale Vision. Beide waren für die Bildung einer nationalen Einheit und die Entstehung eines demokratischen Staates alles andere als förderlich.

Der islamischen Vision zufolge ist der Staat auf der Religion gegründet, was bedeutet, dass Nichtmuslime, wenn auch inoffiziell, wieder zu Bürgern zweiter Klasse mit dem Status eines Dhimmi werden, wie sie es unter der Herrschaft der Osmanen waren. Die säkular-arabische nationale Vision eines Staates gründet auf der arabischen Nationalität; damit gehören die arabischen Christen zur Mehrheitsgesellschaft, die Kurden und Berber sind jedoch ausgeschlossen, obwohl beide Gruppen muslimisch sind.

In Ländern mit Militärregimes wurde das Volk unterdrückt und es gab keine wirtschaftliche und soziale Reformen und allgemeine Ausbildungsmöglichkeiten. Diese Staaten wurden zu grausamen Diktaturen. Obwohl sie sich zum Säkularismus bekannten, sprachen sich die Militärregimes nicht gegen den Islam aus, welcher sich über die säkularen Gesetze stellt. Im Gegenteil, sie förderten islamische Erziehung. Und da ein Grossteil der Bevölkerung angesichts des scheiternden wirtschaftlichen Erfolgs und fortbestehender Armut religiös orientiert war, wuchs der Einfluss des Islam. Als Millionen von Arbeitern aus arabischen Staaten, die in der Golfregion eine Beschäftigung gefunden hatten, in den 1980er-Jahren in ihre Herkunftsländer zurückkehrten, brachten sie den radikalen wahhabitischen Islam mit sich nach Hause.

Inmitten dieser sozioökonomischen Notlage begann in den arabischen Staaten ein als „Frühling der Völker“ bekannter Prozess. Die jüngere Generation, die auf die Strasse gegangen ist, wollten die Militärdiktaturen loswerden und die Lebensbedingungen verbessern; doch sie sind mit dem Islam und dem arabischen Nationalismus aufgewachsen. Werte der Demokratie – religiöse Toleranz, die Achtung der Menschenrechte, Gleichberechtigung für Frauen, Rechtsstaatlichkeit und gleiche Rechte und Pflichten für alle – haben sie nicht gelernt. Allgemeine Parlamentswahlen durchzuführen, ist keine Garantie für Demokratie. Die wichtigsten politischen Elemente waren die Muslimbruderschaft und die Salafisten. Es fehlt ein Verständnis für den Umgang mit anders denkenden Menschen.

Die Ägypter glaubten, dass nur durch den Islam Demokratie geschaffen und die Wirtschaft verbessert werden könne. Langsam stellt sich eine Ernüchterung ein. Anstatt Versöhnung verschlechtert sich die Situation der Minderheiten weiter und die Probleme steigen. Da übergeordnete nationale Werte fehlen, entstehen Untergruppen, welche sich gegenseitig bekämpfen. Auch die westliche Welt steht in der Gefahr die gemeinsamen Werte zu verlieren.

Vergleiche Artikel: Leben mit dem Islam http://jerusalemimpulse.wordpress.com/2012/05/31/leben-mit-dem-islam/

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