Der schweizerische Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist in doppelter Hinsicht ein ungewöhnlicher Anlass

Erstens ist er – obwohl dem Gebet gewidmet – kein kirchlicher, sondern ein staatlicher Feiertag. Zweitens ist er – obwohl als «eidgenössisch» deklariert – seit je von den Kantonen verantwortet.

Hervorgegangen sind die Buss- und Bettage aus dem Judentum. In der Schweiz reicht ihre Tradition bis ins Spätmittelalter zurück. Anfangs riefen die Obrigkeiten die Bevölkerung je nach Bedarf zum Gebet auf – etwa bei Seuchen, Erdbeben oder Kriegsgefahr.

Zum gesamteidgenössischen Feiertag wurde der Bettag in mehreren Entwicklungsschüben, stets ausgelöst durch äußere Bedrohungen: Mitten im Dreißigjährigen Krieg, 1639, beschlossen die reformierten Orte, künftig einen alljährlichen Bettag durchzuführen, um für die bisherige Verschonung des Landes zu danken. Vier Jahre später zogen die katholischen Orte nach.

1796 war es die drohende Revolution, die sogar die Konfessionsgrenzen überwand: Die Tagsatzung rief den ersten gesamteidgenössischen Bettag aus. 1832 wurde der Bettag definitiv auf den dritten Sonntag im September festgelegt. Dabei blieb es bis heute. Ein Abschaffungsversuch vor zwölf Jahren scheiterte.

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