Der Krieg in Syrien gefährdet viele Wahrzeichen christlicher und antiker Kultur

Elf christliche Konfessionen gibt es in Syrien: Unter anderem Syrisch-Orthodoxe, Assyrer, Chaldäer, Griechisch-Orthodoxe und Maroniten. In Damaskus residieren sieben Patriarchen.

Durch den Krieg sind nicht nur die Christen in Gefahr, sondern auch ihre heiligen Orte und andere antike Baudenkmäler. In Damaskus wurde Saulus zum Paulus. In Bab Touma, dem christlichen Teil der Damaszener Altstadt, ist die Grotte der Ananais-Kirche, in der sich Paulus nach seiner Bekehrung vor den römischen Häschern versteckt haben soll. Im muslimischen Teil ist nach der Überlieferung auch das Haupt von Johannes dem Täufer begraben, in der Omaijadenmoschee. Das Gotteshaus der Muslime war früher eine dem Johannes geweihte Kathedrale.

In der nicht nur von Christen und Muslimen, sondern auch von wenigen Juden, von Türken und Armeniern bewohnten Altstadt von Damaskus gehört bisher der Ruf des Muezzins so zum Alltag, wie die Prozessionen der christlichen Nachbarn. Das religiöse Leben wirkt nicht aufgesetzt, sondern selbstverständlich.

Das Regime der Assads hat, da es selbst zu einer religiösen Minderheit gehört, die Minorität der Christen im Land, immerhin eine gute Million Menschen, geschützt. Mit dem absehbaren Ende der Diktatur könnten die Christen verfolgt werden wie im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins. Ihre heiligen Orte sind gefährdet. Aber auch Baudenkmäler aus dem Mittelalter, wie die imposante Zitadelle von Aleppo, Bauten aus der Zeit der osmanischen Besatzung oder aus der Antike, wie die Tempel von Palmyra, sind gefährdet.

Viele syrische Christen sind arabische Patrioten. Aber jetzt bricht ihr Schutz weg, sie werden als Kreuzritter, Ungläubige, Kollaborateure oder israelische Spione verunglimpft. 2000 Jahre christlicher Kultur drohen unterzugehen.

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