Betende Christen – eine Gefahr für Vietnam?

Sicherheitskräfte in Vietnam haben gewaltsam einen Gottesdienst in der Provinz Nghe An im Norden des Landes aufgelöst. Dabei wurden ein Geistlicher und mehrere Besucher verletzt. Eine Frau schwebt in Lebensgefahr.

Am 1. Juli  haben hunderte mit Sturmgewehren bewaffnete Soldaten, Polizisten und Mitglieder regierungsnaher Organisationen eine katholische Kapelle im Kreis Con Cuong umzingelt, den Gottesdienst mit Lautsprechern gestört und das Gebäude mit Steinen beworfen. Anschließend habe man die Teilnehmer aus der Kapelle heraus gedrängt. Als die Gläubigen den Gottesdienst vor dem Gebäude fortsetzten, hätten Beamte und regierungsnahe Schläger mit faustgroßen Steinen auf sie geworfen und sie körperlich angegriffen. Dabei habe eine Besucherin einen Schädelbruch erlitten und in eine Klinik nach Hanoi gebracht werden müssen.

Die Täter hätten ausgesagt, für die Übergriffe bezahlt worden zu sein. Im kommunistisch regierten Vietnam kommt es immer wieder vor, dass Gottesdienste gestört oder aufgelöst und Christen wegen ihres Glaubens inhaftiert werden. Von den knapp 89 Millionen Einwohnern Vietnams sind 52,5 Prozent Buddhisten, 23,2 Prozent Nicht-Religiöse und 9,4 Prozent Christen, meist Katholiken. 1,3 Prozent sind evangelisch. Der Rest gehört Stammes- oder Naturreligionen an.

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