Islamophobie oder eher Christophobie

Die „Axel-Springer-Akademie“ hat die niederländische Publizistin Ayaan Hirsi Ali für ihr Engagement als Frauenrechtlerin gewürdigt. In einem Interview mit der „Welt“ sagte Hirsi Ali, Islamophobie sei der „größte Schachsinn unserer Zeit“. Sie sei ein PR-Gag der Islamisten im Westen, um den Gesellschaften Schuldgefühle einzuimpfen. „Es gibt vielleicht Christophobie, denn Christen werden weltweit verfolgt. Aber Islamophobie?“, fragte sie. Der Islam werde psychologisch auf die gleiche Stufe gestellt wie Ethnien oder sexuelle Orientierungen. Dabei sei der Islam, gegen Frauen, Ungläubige sowie Homosexuelle und stilisiere sich selbst zum Opfer.

Es sei traurig, dass Islamisten die Wahlen in Tunesien und Ägypten gewonnen hätten und Libyen kontrollierten. Immerhin seien die Demonstranten des arabischen Frühlings gegen die Diktatoren aufgestanden. „Zwar wählen sie die Islamisten, aber es ist ihre Wahl, und mit den Konsequenzen müssen sie leben und können nicht mehr die Juden oder Amerika zum Sündenbock machen. Sie allein haben sich das eingebrockt“, sagte die Publizistin und forderte scharfe europäische Einwanderungsbestimmungen für Flüchtlinge. Sie plädierte innerhalb Europas für eine Rückweisung des politischen Islam und kultureller Praktiken wie Zwangsbeschneidungen, Zwangsheirat oder Ehrenmord.

Die Politikwissenschaftlerin Ayaan Hirsi Ali wurde 1969 in Somalia geboren. Sie wuchs in Saudi-Arabien und Kenia auf. Hirsi Ali wurde mit fünf Jahren zur Beschneidung gezwungen. Mit 22 Jahren musste sie heiraten, floh aber vor ihrem Mann in die Niederlande. Dort beantragte sie politisches Asyl – und durfte bleiben. Seitdem engagiert sie sich für Frauen, die unter den Regeln und Strukturen des Islam leiden.

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